Donnerstag, 7. Juni 2012

prost! teil 2

lange ist es her, dass ich die fortsetzung versprochen habe. da ich selbst aber nicht allzu viel erfahrung mit alkoholischen getränken und kaffee habe, hab ich's immer wieder vor mich her geschoben.
ein paar einfache richtlinien zum alkohol:
hochprozentiger alkohol ist scharf, gehört also ins metallelement und ist thermisch heiß.
wie sicher ein jeder schon an sich selbst festgestellt hat, wirkt schnaps o.ä. schweißtreibend und erwärmend und wird deshalb gerne in der winterzeit getrunken (in glühwein, punsch). er öffnet die poren und vertreibt die kälte. der scharf-warme geschmack bewegt das qi nach oben und hilft dadurch bei traurigkeit und frust. so wird in der chinesischen medizin der griff zur flasche als seelentröster erklärt. bei anhaltendem alkoholgenuss wird aber nicht nur der kummer, sondern auch das qi selbst sich verflüchtigen, es kommt zu hitze vor allem in leber und gallenblase und damit zu anspannung, gereiztheit und hoher blutdruck wird gefördert.
um kälte zu vertreiben, muss man aber nicht zu hochprozentigem greifen, auch yogitee, ingwertee (zwei, drei scheiben ingwer in einer tasse heißem wasser kochen lassen - achtung wird sehr scharf!) und scharfe gewürze haben auch diese wirkung.
rotwein, kaffee, kakao und bier (ausnahme weizenbier) werden dem feuerelement und dem bitteren geschmack zugeordnet. während die ersten drei wärmend wirken, ist bier allerdings thermisch kühl.
bitter-warme getränke wirken austrocknend, bei nass-kaltem wetter also ideal. eine tasse kakao am einem ungemütlich kalten tag macht alles gleich ein bisschen besser. täglich mehre tassen kaffee führen aber zu einem säftemangel und damit zu austrocknung und hitze. nicht umsonst ist kaffee ein genussmittel und sollte nur mäßig getrunken werden.
weißwein und sekt gehören wie weizenbier zum holzelement (saurer geschmack), wirken erfrischend und zusammenziehend. deshalb trinken wir im sommer, wenn wir stark schwitzen, auch gerne mal einen weißen spritzer (wein mit soda) oder ein glas weizenbier.

wie gesagt, ich trinke wenig alkohol, das war nicht immer so, aber ich habe festgestellt, dass mir regelmäßiger alkoholkonsum (oder zu viel) gar nicht gut tut. am meisten merke ich die wirkung auf blutdruck und vegetativum, ich bekomme herzklopfen, ein rotes, heißes gesicht und schweißausbrüche. recht unangenehme erscheinungen, deshalb trinke ich nur zu besonderen anlässen ein glas wein, sekt mag ich überhaupt nicht und bier nur im sommer.
was ich allerdings recht gerne mag, ist mit alkohol zu kochen, hier ist die menge natürlich wesentlich geringer, aber ein schuss rotwein in einem herbstlichen eintopf wirkt sehr angenehm wärmend.
kaffee habe ich aus ganz anderem grund gestrichen, nämlich weil ich eine zeitlang mit homöopatischen mitteln behandelt wurde und hierbei koffein in jeder form gemieden werden soll. nach einer längeren abstinenz hat allerdings mein magen gar nicht gut auf kaffee reagiert, also lasse ich es bleiben. gerne gehe ich aber noch zum kaffeeröster schnuppern, das aroma liebe ich doch sehr!

ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass ich die chinesische ernährungslehre nicht studiert habe, sondern mich in die materie eingelesen habe (siehe bücherliste in der sidebar) und das wissen auf meine ernährung gerne anwende, weil ich merke, dass es mir gut tut. meine beiträge sollen das interesse an der chinesischen ernährungslehre wecken, wer sie auf sich anwenden will, kommt um eine professionelle beratung ohnedies nicht umhin.







                                       

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